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Liebe Zuchtfreunde und Besucher dieser Homepage
Anlässlich des 55. jährigen Bestehens des
Ziergeflügel und Exotenzuchtvereines Dresden e.V.
möchten wir in zusammenfassender Form die Geschichte unseres Vereins aufzeigen.
Aus der anfänglichen Waldvogelzucht entwickelten sich im Laufe der Jahre die Haltung und Zucht von Exoten. Aus Liebe zum Tier entwickelte sich ein ernsthaftes Beobachten und Züchten, welches Hobby wurde und Anerkennung fand. So reicht die Chronik von den Anfängen bis zum heutigen Tage im Jahre 2009 und geht dabei mit verschiedenen Züchtervereinigungen in und um Dresden, aber auch aus ganz Deutschland, bis in das vergangene Jahrhundert zurück. Bereits nach dem 1. Weltkrieg änderte sich die Art und Weise der Exotenhaltung. Die Vogelhaltung wurde eine beliebte Freizeitbeschäftigung, besonders die Kanarienzucht. Mit zunehmender Industrialisierung, dem Siedlungsbau und dem Luftverkehr wurde das Angebot an exotischen Vögel immer größer. Gleichzeitig wuchs das Angebot an Literatur über die Zucht und Haltung exotischer Arten. Besonders die große Masse an Kanarienzüchtern fand immer mehr Geschmack an den exotischen Vögeln fremder Länder. Der erste deutsche Züchterverein wurde 1920 gegründet. Bereits im Jahre 1922 wurde in Dresden der Verein für Vogelschutz und Vogelpflege ins Leben gerufen. Die Beobachtung und Erforschung der einheimischen Vogelwelt wurde sogar durch Zuchtfreunde des Dresdener Vereins unterstützt. Um 1928 nahmen die Mitglieder offiziell die Beringung einheimischer Vögel auf. Im August 1933 wurde in der damaligen Zeitschrift „Der Wellensittich“ bekannt gegeben, dass sich in Dresden eine Ortsgruppe “Verband der Sittichliebhaber” gegründet hatte. Fortan war das Vereinsleben nur noch unter dem Banner der Nazis möglich. Im November 1936 fand die erste Wellensittichschau mit Bewertung statt. Die Dachvereine AZ und DWV wurden aufgelöst. Die Dresdner Gruppe gehörte wieder dem Reichsverband der deutschen Vogelliebhaber in Leipzig an. Im März 1937 wurde auch dieser Verband aufgelöst. Von nun an gehörte man zum Reichsverband der Vogelpfleger und Züchter, mit den Untergruppen
- einheimische Vögel - fremdländische Vögel - Buchfinkenhaltung.
1938 waren in der damaligen Dresdener Ortsgruppe 65 Mitglieder eingetragen. Mit Kriegsbeginn war bald abzusehen, welche Auswirkungen dieser auf die Vogelhaltung und Zucht haben würde. Viel Züchter wurden eingezogen, bereits 1941 kam es zu ersten Versorgungsengpässen bei der Futterbereitstellung, welche in ein kritisches Stadium geraten war. Es gelang nur einen geringen Stamm an Tieren zu retten und zu erhalten. Selbst bei holländischen Firmen waren die Bestände auf ein bedenkliches Maß geschmolzen. In der Schicksalsnacht vom 13. Februar 1945 in Dresden waren die meisten Züchter unter den Opfern zu finden, aber auch der Bestand vieler wertvoller Vögel wurde in wenigen Stunden vernichtet. Damit war der Untergang der Dresdener Züchter besiegelt.
Nach dem Krieg im Jahre 1946 versuchten Vogelfreunde immer wieder Zusammenkünfte mit Gleichgesinnten zu gestalten. Diese waren zwar gestattet, aber die Gründung von Vereinen verboten. Am 6. Oktober 1946 gelang es dann dennoch den Kanarienzüchterverein als ersten Vogelzuchtverein in Dresden wieder zu gründen. Einige Zuchtfreunde begannen inzwischen die Tierbestände wieder zu erweitern. Dieses war bis 1948 aus allen Bundesländern und den angrenzenden Ländern möglich. In den anbahnenden Wiederaufbau der Tierbestände griff dann aber die Währungsreform 1948 negativ ein. Durch den Wechselkurs von 1 zu 6 wurde die Beschaffung sehr kostenaufwändig. Mit der Gründung der DDR im Jahre 1949 wurde es immer schwieriger auf legalem Wege an Tiermaterial zu gelangen, geschweige denn seltene Arten zu erwerben. Im November 1951 fand dann wieder die erste Ausstellung in Dresden statt. Mit polizeilicher Genehmigung wurde am 09.01.1954 die Gründung der Bezirksgruppe Dresden erfolgreich abgeschlossen. Im Oktober des Jahres 1954 wurden alle Vereine dem VKSK untergeordnet. Dieser Verband war fortan der Dachverband der DDR.
Die erste Exotenschau fand dann wieder am 21.11.1954 in Dresden statt. Bis zum Jahre 1957 wurde eine Mitgliederzahl von bis zu 40 Zuchtfreunden erreicht. Leider konnte das Problem der Futterbereitstellung von Seiten des Staates nicht gelöst werden und hier kam es immer wieder zu Engpässen in der Versorgung. Im April 1960 wurde Zuchtfreund Nebe als Vorsitzender gewählt. Er und die Zuchtfreunde Mierisch und Söffge schafften die Grundlagen für einen überlebensfähigen Verein. Mit dem Bau der Mauer im Jahre 1963 wurde es fast unmöglich, Tiere aus dem Ausland zu beziehen. Damit war es nicht möglich, den gesamten Tierbestand zu erhalten und weiter zu züchten. Die Zuchtfreunde schlossen sich zu dieser Zeit wieder enger zusammen, um den Problemen zu begegnen. So erreichte der Verein 1963 eine Stärke von 60 Mitgliedern mit einem ansehnlichen Tierbestand. Es gelang in dieser Zeit die Besucherzahlen von 1958 von 3800 bis auf 5000 zu erhöhen. Im Jahre 1970 kamen 7000 Gäste zur Jahresausstellung. Ab dem Jahre 1968 übernahm Zuchtfreund H. Uhlmann den Vorsitz. In dieser Zeit wurde das Vereinsleben weiter ausgebaut und gefestigt. So wurden 1972 z.B. 1351 Wellensittiche, 135 Finken, 54 Nymphen und 10 Agaporniden verkauft.
Zum 20jährigen Vereinsjubiläum 1974 gab es eine Festveranstaltung mit 43 Ehrengästen und allen Vereinsmitgliedern, die ein großer Erfolg war und das Vereinsleben förderte.
Aber auch solche Sachen wie Punktesysteme wurden geschaffen , wo nach Beitragszahlung VMI-Stunden und Exporterfüllung Vereinspunkte vergeben wurden. Nach diesem System wurden dann Futterzuteilungen, welche immer noch unzureichend waren, vergeben. Das Vereinsleben war zu dieser Zeit stark vom sozialistischen Gedanken geprägt. Es wurden Abgabemengen von Nachzuchten eingeführt, VMI-Stunden gefordert und nach sozialistischen Wettbewerbsprinzipien gearbeitet. Dies führte zunehmend auch zu Auseinandersetzungen, nicht nur in züchterischer Form.
Das Vereinsleben wurde durch den Weggang von Züchtern und Zuchtfreunden geschwächt. Es bildeten sich wieder kleinere Vereine, die ihre Eigenständigkeit in den jeweiligen Interessen sahen. 1980 wurde der Vorstand vom Zuchtfreund Schönfeld übernommen. Er sollte und wollte den Verein mit Tatkraft nach vorn bringen. Leider war hier der Weggang weiterer Mitglieder zu bedauern. So verließen fast alle Wellensittichzüchter den Verein. Dies war auch auf die mangelhafte Arbeit des Vorstandes zurückzuführen. Dennoch gelang es in dieser Zeit auch weiterhin die jährlichen Ausstellungen zu erhalten. In dieser Zeit entstand aber auch ein kleiner Kreis, der die Exotenzucht als Verein am Leben erhielt. Im Jahre 1989, als die Grenzen zur BRD sich öffneten, hatten die Menschen plötzlich andere Interessen. Zur Jahresschau 1989 wurde die niedrigste Besucherzahl erreicht, die es je gab. Dieses war für das Vereinsleben ein doch herber Schlag. Das gesamte Vereinsvermögen wurde durch die Mietzahlungen aufgebraucht. Dennoch wurde ein Neuanfang im Jahre 1990 geschafft. Es war nun zwar ein wesentlich bescheidener Rahmen als vorher, aber es gelang den Verein am Leben zu erhalten. In den folgenden Jahren festigte sich das Vereinsleben wieder. Besonders hier haben sich solche Zuchtfreunde wie Bogislav Stadelmann Schulz, Ingolf Zahn und andere Züchter wie Winfried Edlich und Jürgen Przybyla als Stütze des Vereins erwiesen. Nach der Wende bestand der Verein nur noch aus 20 Mitgliedern.
Mit der Wiedervereinigung änderte sich das Vereinsleben nochmals grundlegend. Hier galt es den bundesdeutschen Gesetzen ebenso Rechnung zu tragen, wie den persönlichen Belangen der Mitglieder.
Der Verein wurde am 20.04.1990 nun in den derzeitigen Verein
Ziergeflügel und Exotenzuchtverein e.V.
umbenannt und in das Vereinsregister der Stadt Dresden eingetragen. Im Jahr 2000 wurde dann auch die neue Ausstellungsfläche im Gartenbaubetrieb Rülcker in Dresden übernommen.
In dieser Zeit wurde der Verein wieder stabiler und es werden Tiere zu Messen wie die des Dresdener Ostern ausgestellt und präsentiert, was bis zum heutigen Tag bereits eine Tradition des Vereines ist. Das Vereinsleben wurde zunehmend gefestigt.
Im Jahre 2002 wurde dann wiederum die erste Wahlversammlung des umbenannten Vereines abgehalten. Hier kam es hinsichtlich der Vereinsführung zu Neuwahlen. Im März 2011 wurde die letzte Neuwahl durchgeführt und der Vorstand wie folgt durch die Mitglieder gewählt.
1. Vorsitzender Ingolf Zahn
1. Stellvertreter Jürgen Przybyla
Schatzmeister Professor Gunda Altmann
Schriftführer Bernd Hesse
Bis zum heutigem Tage hat der Verein weiter Festigung erfahren, was der Vorstandsarbeit zu verdanken ist. So ist auch die Mitgliederzahl weiter angewachsen. Dieser kleine Abriss der Vereinsgeschichte hebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Leben dieses Vereines wurde immer durch seine Mitglieder bestimmt, gleich ob in guten oder schlechten Zeiten. Es geht allen Mitgliedern immer um die Erhaltung der Tiere und die Vereinsarbeit, als ein Stück unseres Lebens und einen speziellen Teil unsere Kultur.
Wir wünschen allen Besuchern unserer Homepage und Vogelfreunden
alles Gute für Ihr Hobby, viel Freude und gute Zuchterfolge.
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